Sammlung des Instituts für Europäische Kunstgeschichte Gipsabgüsse
Die Abgusssammlung bildet mit ihren 22 Objekten den kleinsten Teil der Lehr- und Forschungssammlung des IEK, ist aber für den Umgang mit und das Studium von Skulpturen von entscheidender Bedeutung. Zugleich zählt sie zum ältesten Kernbestand der Sammlung; die ersten Ankäufe erfolgten bereits 1868. Die chronologischen und geografischen Schwerpunkte liegen zum einen auf der Florentiner Skulptur des späten 14. bis 16. Jahrhunderts – darunter etwa Lorenzo Ghibertis „Kreuzigung“ der Bronzetür des Baptisteriums in Florenz oder Andrea Verrocchios „Bartolomeo Colleoni“ in Venedig als Büste. Den anderen Schwerpunkt bilden Werke aus Nürnberg um 1500, so der Ausschnitt „Maria Magdalena küßt den toten Christus“ aus Adam Krafts „Grablegung Christi“ des Epitaph der Familien Schreyer-Landauer.
Die maßstabsgetreuen, dreidimensionalen Reproduktionen weisen spezifische mediale Charakteristika auf: Als Medien der Aneignung, der Lehre und der fachhistorischen Kanonbildung, als Speicher von Informationen (zumal bei verlorenen Vorlagen) oder als kulturhistorische Zeugnisse sind sie interessante Anschauungsobjekte. Im Unterschied zu fotografischen Reproduktionen können hieran die räumlichen Dimensionen genau studiert werden. Über die Produktionstechnik und den jeweiligen Sammlungskontext der einzelnen Abgüsse lässt sich auch viel über das Medium selbst lernen.

Projekte
Restauration der Gipsabgüsse
Aktuell befinden sich die Abgüsse größtenteils bei der Restauratorin und werden voraussichtlich im Sommer 2025 in die Räumlichkeiten des IEK überführt.