Ausstellung im Kurpfälzischen Museum Heidelberg | 29.02.–30.06.2024 Kunst und Fälschung – Aus dem Falschen das Richtige lernen
Vom 29. Februar bis 30. Juni 2024 machte die Heidelberger Fälschungs-Studiensammlung HeFäStuS mit 60 Exponaten einen großen Teil ihres Bestandes erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Die von Prof. Dr. Henry Keazor kuratierte Ausstellung „Kunst und Fälschung. Aus dem Falschen das Richtige lernen“ im Kurpfälzischen Museum Heidelberg vermittelte dem Publikum, was Kunstfälschungen definiert, welche Strategien und Methoden hinter ihnen stecken, welche Konsequenzen ihre Lancierung für Kunsthandel und Kunstgeschichte haben kann und welche Fehler letztendlich doch zur Enttarnung führen. Bei den Exponaten handelte es sich größtenteils um beschlagnahmte Grafiken und Gemälde, die der HeFäStuS von den Landeskriminalämtern in Stuttgart, München und Berlin als Leihgaben für die Forschung und Lehre überlassen wurden. Für die Ausstellung wurden diese um Werke des Museums sowie Leihgaben ergänzt, darunter weitere Fälschungen, aber auch Originale, die eine direkte Gegenüberstellung ermöglichten.
Begleitet wurde die Ausstellung von einer fünfteiligen Vortragsreihe, die das Phänomen Kunstfälschung aus der Perspektive von Expert:Innen mit kunsthistorischem, kriminologischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund beleuchtete. Das Kino Gloriette zeigte in vier Sondervorstellungen Filme zu fiktiven und realen Fälschungsfällen. Vor Ort informierten ein Begleitheft, ein Audioguide in deutscher und englischer Sprache sowie regelmäßige Führungen über die gezeigten Werke.
Innerhalb der viermonatigen Laufzeit stellte die Sonderausstellung mit 25.000 Besucher:Innen einen neuen Rekord für das Museum auf. Das große Interesse an der Thematik wurde bereits am Eröffnungsabend deutlich sichtbar, als Kriminalhauptkommissar René Allonge vom LKA Berlin über den dortigen Umgang mit Kunstfälschungen sprach. Aufgrund des Andrangs wurde die Eröffnung zusätzlich in die Räumlichkeiten außerhalb des Saals übertragen und noch am selben Abend verhalf das „heute journal“ der Ausstellung zu landesweiter Aufmerksamkeit. Auch die in den darauffolgenden Wochen stattfindenden Vorträge wurden aus Platzgründen aus dem Museum in einen Hörsaal der Universität verlegt und man verdoppelte zudem die Zahl der öffentlichen Führungen, um die Nachfrage zu bewältigen.