Kunst und Raum im Film – Die vier Wände E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer

  • Mittwoch, 9. Juli 2025, 19:30 Uhr
  • Gloria & Gloriette Kino · Hauptstraße 147 · 69117 Heidelberg
    • Elisabeth Bohnet, Universität Heidelberg, Institut für Europäische Kunstgeschichte

Im Jahr 1929 baute die irische Designerin Eileen Gray zusammen mit dem Architekturredakteur Jean Badovici ein Refugium an der Côte d’Azur. Das „E. 1027“ genannte Haus ist ein avantgardistisches Meisterwerk. Einige Jahre später malte der Architekt Le Corbusier ohne Grays Zustimmung großflächige Fresken auf die weißen Wände und veröffentlichte Fotos davon, was für die Architektin einen Akt des Vandalismus darstellte. Der feministisch perspektivierte Film begibt sich in Form von Reenactments auf eine Reise in die Gedankenwelt der Künstlerin und hebt dabei auch auf gegensätzliche Ideen von Wohnen und Raum ab. [...] Sie deutete den Raum an erster Stelle über seine taktilen Beziehungen zum Körper: „Das Haus ist … eine Hülle, die einen sanft umgibt, vor der Umwelt schützt. Das Haus ist auch unsere Verlängerung, unsere spirituelle Erweiterung, unsere Befreiung. Das Haus ist ein Körper.“ — Inhaltsbeschreibung (gekürzt) von filmdienst.de

E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer
CH 2024 · Regie: Beatrice Minger · OmU

Tickets
10 € regulär · 8 € ermäßigt · 7 € für Studierende 
ggf. Zuschlag bei Überlänge

Filmstill aus E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer

Alle Termine der Veranstaltung 'Kunst und Raum im Film – Die vier Wände'

Folgt man der Filmtheorie, sind Filme aus unterschiedlichen Räumen konstruiert: Der „Bildraum“ etwa beschreibt die Raumverhältnisse in einer einzelnen Einstellung. Den „Architekturraum“ bildet das arrangierte Ensemble von Landschaft, Gebäuden und Objekten. Der „Filmraum“ bezeichnet den imaginären Raum, den das Publikum mit Hilfe aller vom Film angebotenen Einzelteile in der Vorstellung zusammensetzt. Dieser „szenische Raum“ wird wiederum aus unterschiedlichen Bezugsgrößen geformt: aus den einzelnen Einstellungen, der Montage und dem Ton. Manche Filme bilden darüber hinaus symbolische Raummodelle aus, indem beispielsweise dem Innen ein Außen gegenübergestellt wird, oder einzelnen Räumen besondere Bedeutungen und Regeln auferlegt, oder psychische Veränderungen der Figuren symbolisiert werden. Wie der Filmwissenschaftler Hans Jürgen Wulff zudem betont, korreliert die Raumdarstellung dabei insbesondere mit Strategien der Subjektivierung.Filmreihe im Sommersemester 2025

Poster der Filmreihe Kunst und Raum – Die vier Wände im Film